Am Ende fallen auch mal die Helden…


Bevor ich mich für heute in die Sonne verabschiede, wir haben echt hammer Wetter😉, noch ein sehr schöner Beitrag aus dem Club Nr. 12 Forum.

Der Beitrag wurde vom User „Gerd“ (Danke für die Genehmigung zur Veröffentlichung in meinem Blog!) vor zwei Tagen geschrieben, hat aber natürlich nichts an seiner Richtigkeit verloren. Ich wollte ihn euch nicht vorenthalten. Aber lest selber und bildet euch eure Meinung:

„Ich bin nicht so der Forums-Weltmeister, weswegen man von mir hier nicht allzu viel liest, aber zu dem Thema muss ich auch mal meinen Senf dazu geben. Es ist ziemlich ausschweifend, was ich jetzt schreibe. Wer keine Lust auf einen so langen Text hat, kann ihn auch gerne überspringen…

Ich stehe momentan irgendwie unter Schockstarre, weil das ganze Thema für mich persönlich mit dem Fall eines Denkmals endet. Ich fahre seit nunmehr 20 Jahren zum FC Bayern- aber die augenblickliche Situation ist für mich die größte Krise, die wir beim FC Bayern in den letzten 30 Jahren hatten.

Uli Hoeness ist für mich immer der FC Bayern gewesen. Bei allem, was sich da grad abspielt, sollten wir alle nie vergessen, dass dieser Mann sinnbildlich für all das steht, was der FC Bayern heute ist. So viel zur Legende. Wie viele andere war Uli Hoeness für mich immer eine Person, die grundsätzlich nicht streitbar war. Er war für mich immer eine Person, die mich aufgerichtet hat, wenn es beim FC Bayern einmal schlecht lief. Er war quasi unantastbar- und ich weiß, dass das bei den meisten anderen auch so war. Und vielleicht müssen wir uns alle fragen, ob wir dabei in den letzten Jahren nicht zu unkritisch und unachtsam geworden sind.

Ich möchte mal so anfangen: Was ist denn n den letzten Tagen genau passiert? Da steht der Neuer-Transfer und eine mögliche, abermalige Rettung der Blauen durch unseren Verein im Raum. Gegen beides haben wir uns als Szene gewand- und beide Male aus guten Grund. So weit, so gut…

Nun müssen wir einfach mal nüchtern feststellen, dass erstens der Neuer-Transfer bereits in trockenen Tüchern ist(ehrlich, jeder von uns weiß das doch, das spürt man einfach, die Anzeichen sind doch eindeutig) und dass es für eine abermalige Rettungsaktion für die Blauen betriebswirtschaftlich einige sehr, sehr gute Gründe gibt. Dass uns das allen nicht gefällt und dass das an sich schon ein ziemlicher Affront ist, lassen wir jetzt einfach mal außen vor. Denn der eigentliche Skandal schließt sich ja diesen Geschehnissen erst an. Die Vereinsführung attackiert daraufhin UNS, die Fanszene, einmal mehr in geradezu unfassbar unredlicher Art und Weise: Das sei nur ein kleiner Haufen Verirrter, das seien nicht die wahren Fans, man entschuldigt sich für das angeblich unanständige, skandalöse Verhalten der Fans und distanziert sich als Verein von seinen Anhängern. Tenor: Wir scheißen auf euch! Nichts anderes hat uns die Führungsetage spüren lassen. Daraufhin wollte man uns erst mal beweisen, dass man den Längeren hat: Indem man beim Hamburg-Heimspiel die Geschichte mit den Einlasskontrollen angezettelt hat. Später musste man zurückrudern.

Und jetzt kommt der eigentliche Skandal: Die Vereinsführung lässt sich feiern, weil man daraufhin den Dialog mit der Szene sucht. Die beiden dabei anwesenden Vorstandsmitglieder des FC Bayern ziehen im wahrhaft unsäglicher Art und Weise über den Präsidenten Uli Hoeness her (Tenor:“ Lasst den doch labern, der hat doch sowieso nichts mehr zu sagen, der alte Spinner geht uns doch am meisten auf den Sack, wir kommen euch entgegen, sagt uns was ihr fordert, wir können grad keine negative Presse vertragen“). Daraufhin gibt es wieder mehr Karten für die Südkurve und das Megaphon wird erlaubt. Alles Dinge, die bei jedem anderen Verein überhaupt keines Dialogs bedürfen! Und jetzt meint die Chefetage, alle Kritik habe man der Fanszene damit abgekauft. So dumm muss man erst mal sein, meine Herren! Natürlich geht der Protest berechtigterweise weiter. Die Führungsetage versteht die Welt nicht mehr und jetzt holt man zum Gegenschlag aus: Man beginnt einen Krieg gegen die Fans, praktisch einen Krieg gegen den eigenen Verein. Dazu ist einem jedes Mittel Recht: Da bemüht man die Medien, da erkauft man sich Fanclubs, da hantiert man mit der ethisch-moralischen Keule, da lügt man munter drauf los.

Worauf möchte ich mit dieser Bestandsaufnahme hinaus?

Die aktuelle Krise beim FC Bayern hat für mich persönlich eine viel größere Dimension als Vereinsführung vs. Fanszene. Meines Erachtens steht der Verein an sich auf der Kippe:

Da haben wir einen Präsidenten, der sich nach 30 Jahren wie ein König fühlt. Dieser kann von der Macht, die er als Manager hatte, nicht loslassen. Und das schon aus dem Grund, weil er Angst hat, dass die Öffentlichkeit auf den Trichter kommt, wie schlecht er in den letzten Jahren das operative Geschäft eigentlich geführt hat. Dieser Präsident, der nicht müde wird, sich als letzter redlicher Kaufmann des Fußballgeschäfts zu profilieren, hat aber in den letzten Jahren unzählige Millionen verbrannt, eine konzeptlose Fußballabteilung hinterlassen und den FC Bayern in eine finanziell und juristisch äußerst prekäre Lage manövriert: Er hat ein Stadion für 400 Millionen Euro gebaut- und das zusammen mit einem Hochstapler namens TSV 1860 München. Und er hat eben nicht gehandelt wie ein Geschäftsmann, sondern wie ein Fürst, der sich ein Denkmal bauen lässt. Ein redlicher Kaufmann hätte nämlich seinen Verein nicht dahin gebracht, dass man heute Angst um die Liquidität haben muss, wenn der Junior-Partner insolvent geht. Das ist doch der Grund, wieso Uli Hoeness uns belügen muss: Er muss vertuschen, wie sehr er sich verpokert hat! Nun ist er aber Präsident und als solcher kraft Amtes auch Aufsichtsratsvorsitzender. Heißt: Er steht dem Gremium vor, welches die Arbeit des Vorstandes, also das operative Geschäfts und mithin auch die Ausläufer der Arbeit des bisherigen Managers, nämlich sich selbst, beaufsichtigt. Das muss man sich mal vorstellen! Nur so nebenbei bemerkt: Mir als Jurist würden in diesem Zusammenhang so einige Punkte einfallen, die die Staatsanwaltschaft irgendwann beschäftigen könnten- das führt jetzt aber so weit. Aber jetzt versteht man doch auch mal, warum die Herren vom Vorstand sich dazu herablassen, den Präsidenten derart hart anzugehen! In unserem Verein herrscht ein Machtvakuum und ein einziges Geschachere!

Da hätten wir auf der einen Seite den König Uli Hoeness, der seine Verfehlungen zu kaschieren/vertuschen versucht sowie seinen von ihm persönlich eingesetzten „Thronfolger“ Christian Nerlinger, der bisher mäßigen Erfolg bei seiner Arbeit vorzuweisen hat, allerdings des Königs Statthalter im operativen Geschäft ist. Wen wundert es da, dass Nerlinger der Erste war, der die Personen, die Hoeness kritisieren, also uns, als „Schande für den FC Bayern“ diffamiert?

Auf der anderen Seite hätten wir da die Herren Rummenigge und Hopfner, die weiterhin im operativen Geschäft tätig sind und dachten, den bei ihnen äußerst unbeliebten Uli Hoeness losgeworden zu sein und jetzt feststellen mussten, dass sich ihre Machtposition eher noch verschlechtert hat. Daraus resultierend erleben wir eine einzige Konzeptlosigkeit: Die einen köpfen Hitzfeld, die anderen verpflichten Toni, daraufhin muss die eine Seite mit Ribery nachlegen, die andere Seite reagiert mit Klinsmann. Das Projekt scheitert, Hoeness holt Heynckess, Das hat keine Zukunft, die anderen holen van Gaal, Hoeness stinkt das, es folgt die Wutrede gegen van Gaal, dieser wird wegen Erfolgslosigkeit gechasst, Hoeness setzt seinen Spezl wieder ein usw. Es gibt unzählige weitere Beispiele…
Dadurch verschlechtert sich die sportliche Situation enorm- die Folge ist, dass der Unmut beim Anhang wächst. Wir erinnern uns nochmal an die Worte beim Treffen mit den Fanvertretern: „Nennt uns eure Forderungen, wir können uns momentan keine negative Presse erlauben“. Wieso kann man sich denn momentan keine Kritik aus den eigenen Reihen erlauben? Ist doch klar: Weil in der Vereinsführung momentan so ziemlich alles versemmelt wird, was nur geht. Und wenn sich da jetzt eine Opposition innerhalb des Vereins auftut, die die Verantwortlichen und ihre Verfehlungen anprangert und die Öffentlichkeit dem nachgeht, dann laufen die Herren Gefahr, sehr tief zu fallen.

Was bedeutet das also für uns als Fanszene?

Auf unserem Rücken wird nicht nur ein beispielsloser Machtkampf ausgetragen. Beide Fraktionen haben ein Interesse daran, uns als Fanszene mundtot zu machen. An zweiterem erprobt man sich seit Jahren: Ich erinnere an das Sommertheater 2003, an die ganzen Verbote im Zuge des Wechsels in die Arena, an die meines Erachtens bewusste Teilung der Kurve, an all die Repressionen nach Würzburg, Aschaffenburg etc. Ich erinnere mich an die lügen eines Uli Hoeness anno 2004, als er nach dem für den Verein im Desaster geendeten juristischen Nachspiel des Sommertheaters uns alle zu Speis und Trank einlud und vollmundig verkündete, das alles sei ein so schlimmer Fehler gewesen und würde nie wieder vorkommen. Am Arsch die Räuber! Wir werden doch seit Jahren nur noch verarscht! Solange die Herren ihren Job gut gemacht haben, war die Argumentationsgrundlage für uns sehr dünn. Jetzt sind die Vorzeichen aber anderes. Und Herr Hoeness ist als Präsident in erster Linie mal UNS verpflichtet- und nicht seiner eigenen Leichen der Vergangenheit!
Ich kann nur für mich sagen. Ich hab die Schnauze voll! Bei mir sind die Heldentaten der Vergangenheit aufgebraucht- und ein Uli Hoeness hat sich für seine Verfehlungen genauso zu rechtfertigen wie jedes andere Mitglied der Führungsetage auch.

Und momentan muss ich klipp und klar sagen: Uli Hoeness hat uns belogen. Und das nicht nur einmal. Also ist Uli Hoeness ein Lügner! Und er ist ein Lügner, der sich um UNS, um das Herz und die Seele dieses Vereins, einen Scheissdreck kümmert- und das als Präsident des VEREINS! Und wenn es dann so ist, dass wir auf die Schnauze kriegen, weil Uli Hoeness schlecht gearbeitet hat, seine Machtspielchen spielt und seine Verfehlungen kaschieren will, dann muss er auch die Konsequenzen tragen. Und obwohl mir dabei das Herz blutet: Dann muss ein Uli Hoeness am Ende des Tages vielleicht auch gehen. Basta.“

Die Schickeria hat gestern übrigens eine Erklärung zum Wochenende online gestellt: > siehe hier. Und gegenüber der „tz“ hat sich ein Sprecher der SM geäußert: > klick.

Uli Hoeneß will sich derweil „bis zum Saisonende nicht mehr dazu äußern.“ Man darf gespannt sein, ob er das durchhält😉

Was mich gerade noch sehr amüsiert ist das „Aktionsbündnis Gegengerade“ (oder so ähnlich?!). Die wollen gegen Leverkusen „lautstark“ pro Hoeneß demonstrieren. Na da darf man gespannt sein. Sonst bekommt dort während der 90 Minuten nämlich niemand den Mund auf, geschweige denn den Arsch hoch bei „Steht auf wenn….“.

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4 Antworten zu Am Ende fallen auch mal die Helden…

  1. Harald Zimmer schreibt:

    Auf solche Geisteskranken Fans wie Ihr es seid,können wir getrost verzichten.
    Zur Schickeria fällt mir nur eins ein:ARMES DEUTSCHLAND!!

  2. bayern-fansite schreibt:

    Uh da kommt ja auch das Niveau aus dem Loch gekrochen. Ich zitiere zu deinem Beitrag nur von der Club Nr. 12 Homepage:

    „Abschließend möchten wir noch alle Fans darum bitten, die in den letzten Tagen um sich greifende Unsitte abzustellen, Bayernfans deren Meinung man nicht teilt, das „Bayernfanssein“ abzusprechen, indem man diese als „sogenannte“ oder „angebliche Bayernfans“ tituliert. Die Entscheidung, „Bayernfan“ zu sein, trifft jeder persönlich für sich und kein Fan, kein Fanclub, keine Fangruppe und auch keine Institution hat das Recht, diese persönliche Entscheidung in Frage zu stellen.“

    Danke für deine Aufmerksamkeit!

  3. Pichel schreibt:

    Liebe Bayern – Fans,

    als alteingesessener Gladbacher kann ich euch nur folgende Ratschläge geben:

    lest diesen Artikel:

    http://www.seitenwahl.de/content/view/2475/123/

    Ihr seid jetzt nicht so weit unten wie wir. Aber grundsätzlich denke ich schon, dass ihr einem – nein, dem Uli H. – nicht gerecht werdet. Denn genau dr verhindert, dass ihr so ein 08/15 Verein werdet wie wir. Sportlich seid und ward ihr zurecht lange überlegen, wirtschaftlich auch. Aber warum denn? Auch ihr, Kinder, die das hier lest, solltet euch mal üerlegen, wieso ihr Fans von Bayern wurdet und nicht von 1860. Denn es ist eben nicht so wie bei uns. Da wird man im Raum Gladbach geboren oder im Raum Köln. Oder im Raum Dortmund oder im Raum Gelsenkirchen. Nee, ihr konntet es euch jahrelang aussuchen: In Niederbayern, in Oberbayern oder in Franken. Und rein proportional gesehen haben sich die meisten für den FC Bayern entschieden.
    Und jetzt wird der Aufstand geprobt. Und das ist in meinen Augen nicht richtig. Ihr rüttelt an Denkmälern. Selbst bei uns wird ein Helmut Grasshof heilig gesprochen. Kennt ihr grad nicht? Mal drüber nachdenken.

    Gruss aus der Abstiegszone

  4. Thomy - the Admi!n schreibt:

    Ich liebe deinen Blog…FC Bayern 4 ever !!!

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