Für 100 Mio Euro: Wird Audi der zweite strategische Partner?


Der FC Bayern steht, wenn man den Presseberichten glauben schenken darf, vor einem ganz großen Deal. Nach Adidas soll mit Audi ein weiteres Unternehmen als strategischer Partner an der FC Bayern München AG beteiligt werden. Netter Nebeneffekt: 100 Millionen Euro würde der FCB dafür einstreichen.

Bisher sieht es beim FC Bayern wie folgt aus [> siehe Über Bayern]: Im Februar 2002 wurde ein Teil der Fußballabteilung des FC Bayern München e.V. in die FC Bayern München AG (Tochtergesellschaft) ausgegliedert um professionelle Strukturen zu schaffen und ein neues Stadion (Allianz Arena) zu finanzieren. Unter Verantwortung der AG stehen der Lizenzfußballbereich, bedeutet die professionelle Herrenmannschaft aus der 1. Bundesliga sowie die Amateurmannschaft, die A- und B- Junioren und die Frauenfußball-Abteilung sowie der für die Organisation dieser Mannschaften notwendige Geschäftsbetrieb.

Im FC Bayern München e. V. sind weiterhin die Abteilungen Schach, Tischtennis, Basketball, Handball, Kegeln, Turnen, Schiedsrichter und Seniorenfußball zusammengefasst.

Schon bei der Gründung im Jahr 2002 wurde vom FC Bayern betont, dass man im Laufe der Jahre mehrere strategische Partner für eine Zusammenarbeit gewinnen möchte. Derzeit hält Adidas 10 % an der AG, die sich der Sportartikel-Hersteller 2002 für 77 Mio Euro gesichert hatte. Die restlichen 90 %  hält der Verein.

Die FC Bayern München AG ist auch alleiniger Anteilseigner an der Allianz Arena München Stadion GmbH, die das Stadion gebaut hat und nun betreibt.

Die Aktien der AG werden nicht an der Börse gehandelt, und das ist auch weiterhin nicht geplant. Aber die Einbindung eines weiteren strategischen Partners ist laut Uli Hoeneß angedacht, allerdings wurden von ihm noch keine Namen genannt. Und auch Audi-Sprecherin Iris Altig verwies einen Einstieg beim Rekordmeister ins Reich der Spekulationen, merkte aber auch an: „Audi und der FC Bayern haben bereits eine enge Partnerschaft und es gibt auch immer wieder Überlegungen,  wie diese neu belebt werden kann.“

Bisher gehört Audi nur zu den „Premium-Partnern“ und statt die Spieler mit Dienstfahrzeugen aus [> siehe hier]. Das Fachmagazin für die Sportbusiness-Branche „Sponsors“ vermutet das der Autohersteller 10 % an der AG übernehmen möchte.

Was allerdings nicht ganz billig wird. Der aktuelle Wert einer zehnprozentigen Beteiligung wird von Experte auf rund 100 Mio Euro geschätzt.

Jetzt wird mir natürlich auch klar, warum Uli Hoeneß auf einmal einer Abschaffung der 50+1-Regelung so offen gegenüber steht [> bayern-fansite berichtete]. Warum soll er gegen den Einstieg von Unternehmen/Privatinvestoren sein, wenn der FC Bayern eigentlich nichts anderes vorhat? Oder, warum soll er es anderen Vereinen verwehren wollen, mehr Geld zur Verfügung zu haben (durch Verkauf von Anteilen an einen Investor) wenn der FC Bayern sich ebenfalls neue Geldquellen sucht?

Ich bin bei der Sache unschlüssig: Einerseits ist das ein schöner Geldsegen mit dem wir wieder einen großen Teil der Schulden der Allianz Arena tilgen können. Und wenn die mal abbezahlt ist, haben wir auf einmal 30 Mio Euro oder mehr (war mal eine Hoeneß Aussage) pro Saison zur Verfügung für Transfers. Schöne Aussichten. Auch dürften die Transfers in der Sommerpause mit knapp 75 Mio [> siehe Transfers] an unseren Grenzen gegangen sein.

Andererseits werden da auf einmal Vergleiche mit Hoffenheim ausgepackt. Aber ich denke mal das ist nicht ganz richtig: Hoffenheim ist durch Hopp nur so groß geworden. Wir haben das ganze selbst erwirtschaftet und geben einen Teil unseres Vermögens gegen Geld ab.  Wir bleiben trotzdem mit dem Verein Herr im Haus. Also ein ganz normaler Vorgang. Während Hoffenheim ohne Hopp garnichts wäre und in der Kreisliga B rumgurken würde.

Und wenn sich bei den TV-Einnahmen hier nichts ändert (im Vergleich zu Spanien und England), ist das wohl die einzige Möglichkeit die Lücke zu diesen Ländern nicht noch größer werden zu lassen und mehr Geld zur Verfügung zu haben.

Also alles ganz ok. Audi wäre auch ein Unternehmen mit regionalem Bezug (Sitz in Ingoldstadt) und baut nebenbei ganz schöne Autos😉. Solange Audi einer der letzten strategischen Partner bleibt. Mehr als 30% würde ich nicht gerne in Hand eines Unternehmen sehen. Wir sollten ja noch ein wenig unsere Identität bewahren.

Jetzt erstmal schaun ob an der Geschichte wirklich etwas dran ist.

[Update] Wie die „Bild“ berichtet soll der Deal im Oktober perfekt gemacht werden und spätestens auf der JHV am 27. November verkündet werden.

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